Heimat- und Geschichtsverein Achental

Dechiffrier-Stube für alte deutsche Handschriften

Dechiffrier-Stube für alte deutsche HandschriftenDer nächste Workshop findet am Mittwoch, den 5. März, 19 Uhr statt.

Der Einladung des Heimat- und Geschichtsvereins Achental e.V. nach Marquartstein zu Leseübungen mit alten handschriftlichen Unterlagen sind Anfang Februar viele Neugierige und – wie sich herausstellen sollte – auch Schriftkundige gefolgt. Ziel dieses Angebots des Vereins ist Hilfe beim Entziffern von Texten, die in deutscher Handschrift, der sog. Kurrentschrift, geschrieben sind. Alte Handschriften lesen zu können, ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Beschäftigung mit unserer Geschichte.

Viele Geschichtsinteressierte und Familienforscher stoßen bei ihrer Arbeit in Archiven oder bei alten Familienschätzen auf handgeschriebene Unterlagen aus dem 19. Jahrhundert oder früher. Aber wer kann die alten Handschriften noch lesen? Erst in der Mitte des 20. Jahrhundert wurde die Verwendung der lateinischen Schrift in Deutschland allgemein üblich. Ältere Menschen werden sich noch an das Schönschreiben in Deutsch mit kratziger Feder und tückischem Tintenfass in der Schulbank erinnern.

In der „Dechiffrier-Stube“ des Vereins weiß man bei Schwierigkeiten mit der Schrift Rat. Die Besucherinnen und Besucher beim Treffen hatten handschriftliche Unterlagen der verschiedensten Art mitgebracht. Da gab es Feldpostkarten aus dem 1. und 2. Weltkrieg, Briefe von Familienangehörigen aus dem 19. Jahrhundert, alte Kaufverträge auf Büttenpapier sowie  stattliche, mit Siegel ausgestattete und auf Pergament geschriebene Urkunden aus dem 18. Jahrhundert. Die meisten Teilnehmer haben bereits Erfahrung mit der Übertragung von Texten aus der alten Handschrift in die moderne Schrift gemacht und konnten sich deshalb auch gegenseitig helfen. Insbesondere die Erfahrung von Josef Bock, der sich mit dem Marquartsteiner Häuserbuch große Verdienste als Heimatforscher erworben hat, erwies sich als sehr wertvoll, zumal er großzügig seine Hilfe anbot, wenn jemand bei der Lektüre Probleme hat.


Der Heimat- und Geschichtsverein Achental e.V. verfügt im ehemaligen Forsthaus Marquartstein-West, Bahnhofstr. 2, über zwei Räume. Die Adresse wird man sich merken dürfen, denn die „Dechiffrier-Stube“ soll eine bleibende Einrichtung für historisch Interessierte werden.

Bildtext:
Beim Entziffern alter Handschriften: Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Achental e.V. Mitte: Initiatorin Uta Grabmüller (Foto: Gerhard Waschin)

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