Heimat- und Geschichtsverein Achental

Vorträge 2016

Die Rettenburg in Unterwössen

Anton und Bernhard Greimel berichteten von ihrer Spurensuche

Nur Ortskenner vermögen noch den Spuren der Rettenburg auf dem Bergrücken südlich von Kruchenhausen nachzugehen – seit Jahrhunderten ist die Burgstätte verwaist. Dennoch spielt sie im Bewusstsein der Unterwössner eine so große Rolle, dass sich über 150 Interessierte am 15. Februar 2016 im Gemeindesaal im Alten Bad einfanden, um den Brüdern Anton und Bernhard Greimel zuzuhören. Diese berichteten von neuen Erkenntnissen über die Geschichte der Burg. Beide haben sich seit vielen Jahren als „Spurensucher“ betätigt und konnten deshalb anhand von Plänen, Zitaten, Bildern und erstmals im großen Rahmen auch anhand von Funden ihre Ergebnisse zeigen. 

Die Entstehungszeit der Rettenburg wird auf den Beginn des 10. Jahrhunderts datiert: Die Grafen von Rott wollten eine uneinnehmbare Fliehburg in den Bergen schaffen. Nicht feindliche Angriffe machten dem Leben auf der Rettenburg nach gut 300 Jahren ein Ende, sondern das Erstarken der Burg Marquartstein, die seit Mitte des 13. Jahrhunderts Sitz des Pfleggerichts im Achental wurde. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde die Ruine der Rettenburg als Steinlager genutzt – das führte dazu, dass sie wie auch die Burg Hohenstein bei Staudach und die Streichenburg bei Schleching  heute nahezu vom Erdboden verschwunden ist. Nur mehr Niedernfels und Marquartstein sind lebendig erhaltene Zeugnisse der früheren Burgenkette im Achental.

Die Veranstalter, der Wössner Regenbogen e. V. und der Heimat- und Geschichtsverein Achental e. V., zeigten sich sehr zufrieden mit dem großen Interesse am Thema. Es bleibt hder Wunsch, eines Tages den unterschiedlichen Funden aus dem Achental eine dauerhafte  Bleibe in Form einer archäologischen Ausstellung bieten zu können und damit die Heimatgeschichte konkret erlebbar zu machen. – ug


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Links: Anton (re.) und Bernhard Greimel (2. v. re.)  bei ihrem Vortrag zur Rettenburg im vollbesetzten Unterwössner Gemeindesaal

Mitte: Auch die archäologischen Funde stießen auf großes Interesse
(3. v. li.: Bernhard Greimel)

Rechts:  Infotafel zur Geschichte der Rettenburg

Fotos: Grabmüller

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Spannende Reise ins Achental des 19. Jahrhunderts

Unterwössen. Unerwartet groß war das Interesse der Besucher im Wössner Treff an einem Vortrag des Heimat- und Geschichtsvereins Achental. Die Anglizistin Uta Grabmüller aus Grassau brachte einen spannenden Vortrag und Lesung aus dem Leben der Jemima Baronin von Tautphoeus (1807 bis 1893). So geschickt der Titel „Das Geheimnis der schönen Irin auf Burg Marquartstein“ gewählt, so geschickt der Vortrag mit seinen zwei Kunstgriffen. Grabmüller hielt mit ihrer Ansage, sechs Geheimnisse zu lüften, die Spannung aufrecht. Sie überraschte, weil sie das Leben der Baronin vom Tod hin zur Jugend erzählte. Dabei beschränkte sie sich auf wesentliche Punkte. Grabmüller brachte Zitate, stellte wiederholt den Bezug zu Orten in Marquartstein und Unterwössen her, wie zum Grabstein auf dem Unterwössner Friedhof. Sie brachte Fotos der Baronin in Jugend und Alter, zeigte Skizzen und Fotos von Dokumenten. Das bescherte ihr ein aufmerksames Publikum, aus dem so mancher mit fundiertem Einzelwissen hervorblitzte. Der Schwerpunkt von Grabmüllers Vortrag lag auf zwei Elementen. Zum einen hatte die Baronin mit ihrem Mann die vom Verfall bedrohte Burg Marquartstein für 1500 Gulden als Sommersitz gekauft. Kajetan Freiherr von Tautphoeus war königlicher Kammerherr und Ministerialrat. Die Burg war damals in erbärmlichen Zustand. Grabmüller zitierte aus einem damaligen Bericht: „Die Burg Marquartstein droht an ihrer nordwestlichen Ecke den Hang hinunter zu rutschen.“ Zeitlebens setzte die Baronin die Burg aufwendig in Stand. Zum andern beschrieb die Baronin in vier erfolgreichen Romanen mit dem Blick einer Europäerin den damaligen bayerischen Alltag und die Menschen wie sie im Achental lebten. Offensichtlich weckte der Vortrag Grabmüller die Neugier der Zuhörer nach weitergehenden Informationen. Im Anschluss war die Nachfrage nach Grabmüllers Forschungen hoch, die sie im zweiten Teil der Schriftenreihe des Heimat- und Geschichtsvereins zum gleichen Thema veröffentlicht hatte. Adelheid Meirer vom gastgebenden Wössner Regenbogen war begeistert von dem Nachmittag. „So voll war der Wössner Treff noch nie“, meinte sie angesichts der rund 50 Zuhörer in dessen verwinkelten Räumen.

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Mit einer spannenden Reise in das Achental des 19. Jahrhunderts fesselte die Grassauerin Uta Grabmüller (im Hintergrund stehend) ihre Zuhörer im gut besuchten Wössner Treff. 



Aktuelles

10.03.2019 14:00

Exkursion nach Trostberg

Treffen in Schedling 7, 83308 Trostberg

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14.10.2018 18:00

Geistlich-volksmusikalisches Konzert

Der Heimat- und Geschichtsverein veranstaltet unter der musikalischen Organisation von Rudi Ritter ein geistlich-volksmusikalisches Konzert.

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13.10.2018 11:00

Ausstellung Andreas Kuhnlein

Das Schmankerl unseres Jahresprogramms!

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